Chronik
„Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr!“
Wenige Monate nach der Gründung erklärten 7 weitere Männer durch Unterschrift ihren Beitritt zur Freiwilligen Feuerwehr. Schnell hatte sich unsere Wehr in die Riege der vielen neu entstandenen Feuerwehren eingereiht. So entsandten die Nemmersdorfer bereits am 4. Mai 1873 ihre Delegierten zum Kreisfeuerwehrtag nach Kulmbach. Die erste geschlossene Kirchenparade führte der Verein am 25. August desselben Jahres durch.
Am 6. Januar 1874 wurde die neu angekaufte Spritze durch Herrn Heinrich Böhner aus Pöllersdorf in Bayreuth abgeholt. Die feierliche Einweihung fand am 18. Januar statt. Nach der Übergabe erfolgte die erste Probe.
Abends fand sich dann jung und alt zum ersten, von der Feuerwehr veranstalteten Ball zusammen. In den darauffolgenden Monaten machte sich die Wehr durch fleißiges Üben mit dem Umgang und der Handhabung Ihrer Spritze vertraut. In diesen Zeitraum fiel wahrscheinlich auch der Bau des 1. Spritzenhauses am Beckenplatz. Aufzeichnungen über den Bautermin sind leider nicht mehr Vorhanden.
Mehrere Tonziegel, die beim Umdecken unseres alten Gerätehauses an der Weiherwiese entdeckt wurden, tragen zweifelsfrei Inschriften aus dem Jahre 1873.
Daraus kann man schließen, daß diese Ziegel bereits auf dem 1. Spritzenhaus gelegen haben müssen!
Bei einigen großen Bränden im Jahre 1875 in Nachbarortschaften und in Nemmersdorf selbst, leisteten die Kameraden wertvolle Hilfe um eine Ausbreitung des Feuers auf angrenzende Gebäude zu verhindern.
Begeistert von der Organisation Feuerwehr fand unsere Wehr regen Zulauf; immer mehr Bürger sahen im aktiven Feuerwehrdienst eine edle und sinnvolle Aufgabe.
Am 2. Juli 1876 traf der Bezirksfeuerwehrtag des damaligen Feuerwehrbezirks Bad Berneck nach Nemmersdorf. Die Feierlichkeiten wurden im Pfarrgarten abgehalten.
Die Uniformierung unserer Wehr erfolgte im Jahr 1889.
Laut Chronik belegt dies ein entsprechender Vertragsabschluß über die Anschaffung derselben. Somit hatten die Feuerwehrmänner ein einheitliches Aussehen bei ihren Übungen und Ausmärschen.
Das Jahr 1898 bringt für unsere Wehr eine große Festlichkeit. Es wird das 25-jährige Gründungsjubiläum würdig am 5. Juni auf dem Maderhügel gefeiert. Laut Protokoll nahmen alle umliegenden Wehren an den Feierlichkeiten teil. Die damals noch lebenden Gründungsmitglieder wurden für 25-jährigen aktiven Dienst geehrt.
In den folgenden Jahren weist die Chronik viele Brandeinsätze in und um Nemmersdorf aus, zu denen die Nemmersdorfer Wehr fleißig ausgerückt ist. Die dienstleistenden Feuerwehrkameraden riskierten, dies trifft auch heute noch zu, bei allen Einsätzen ihre Gesundheit und ihr Leben für den
Dienst am Nächsten. Dieser Umstand machte die soziale Absicherung der Kameraden im Schadensfall notwendig. Auf Landesebene wurden deshalb Unfallversicherungen und sogenannte Sterbekassen eingerichtet. Wie in den Protokollen zu lesen ist, wurde auch in der Nemmersdorfer Wehr etwa um 1893 die Sterbekasse eingeführt.
Die Hinterbliebenen konnten dadurch im Schadensfall eine finanzielle Hilfe vom Staat erwarten. Die Chronik weist aber Gott sei Dank keine Todesfälle von Kameraden während des Einsatzes auf.
Um dem technischen Fortschritt Rechnung zu tragen, wurde 1902 eine modernere, leistungsfähigere Spritze in Dienst gestellt. Dieses Gerät mußte aber immer noch mit Muskelkraft betrieben werden.
Während des 1. Weltkrieges mußten viele aktive und passive Mitglieder ihren Dienst für Kaiser und Reich erfüllen. Naturgemäß stagnierte somit auch das Vereinsleben. Um die entstandenen Lücken in der Feuerwehrführung der Nemmersdorfer Wehr zu schließen, wurden verdienstvolle, nicht wehrfähige Männer von der gewählten Vorstandschaft mit der Vereinsführung delegiert. Zum Glück kamen in dieser Zeit keine größeren nennenswerten Brände vor.
Zur Jahreshauptversammlung am 6. Januar 1919 wurden die aus dem Krieg heimgekehrten Kameraden mit herzlichen Worten begrüßt. Die 1913 gewählte Vorstandschaft wurde wieder mit der Vereinsführung beauftragt. Es galt nach den Kriegswirren die gefallenen Kameraden zu ersetzen und das Vereinswesen neu zu organisieren. In den folgenden Jahren wurde die Ausbildung
verstärkt. Unsere Wehr konnte einen regen Zulauf an Mitgliedern verzeichnen.
Allmählich drückte in jenen Jahren das 3. Reich auch der Feuerwehr seinen Stempel auf. Von staatlicher Seite wurde das Feuerlöschwesen neu geordnet, und zwar kraft Gesetz. Das Vereinsprinzip blieb vorerst erhalten, aber die Führung wurde nicht mehr demokratisch gewählt sondern von Landräten oder Bürgermeistern ernannt. Sie hießen auch nicht mehr Kommandanten; sie mußten sich als Wehrführer bezeichnen. Feuerwehrübungen nannte man in Appelle um. Der Übungsbetrieb wurde militarisiert und die Appelle oft auf Sonntag zum Zeitpunkt des Gottesdienstes verlegt. Leider sind über dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte nur noch sehr wenige Dokumentationen vorhanden.
Laut Chronik wird 1939 der Grundstein zum Bau eines neuen, größeren Gerätehauses mit Schlauchtrockenturm auf dem Grundstück "Weiherwiese" gelegt. Bereits 1940 löste eine Motorspritze die durch Muskelkraft angetriebenen Geräte ab. Die Folgen der Kriegführung machten sich auch bald in Nemmersdorf bemerkbar. Immer mehr Kameraden mußten einrücken. Diktatorisch wurden auch Posten in der Vorstandschaft vom Wehrführer zwangsweise vergeben. Um die entstandenen Lücken während des Krieges im aktiven Bereich zu schließen, wurden etwa 10 - 15 junge Nemmersdorfer Frauen zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Sie hatten keine
Uniformen, wurden aber theoretisch und praktisch vom damaligen Wehrführer mit
militärischem Drill an den vorhandenen Gerätschaften ausgebildet. Viele der
Betroffenen können sich noch lebhaft daran erinnern.
Nach dem Einmarsch der amerikanischen Besatzungstruppen, im April 1945, wurde zunächst jegliche örtliche Vereinstätigkeit untersagt. Auch Übungen und Versammlungen unserer Wehr waren
zunächst verboten. Aus zwingender Notwendigkeit heraus ließen die Besatzer, unter strengen Auflagen, bereits 1945 die Feuerwehr wieder zu. Kurz nach Kriegsende wurde eine weitere Motorspritze aus Wehrmachtsbeständen in Dienst gestellt. Die Aufzeichnungen der Gemeinde berichten von der Anschaffung eines Einachsanhängers für eine Motorspritze. Dieses Gerät stammte ebenfalls von der aufgelösten Wehrmacht. Die Führung des Feuerwehrvereins wurde von den Alliierten nur kommissarisch zugelassen, da es den Verein formell ja nicht mehr gab. Der aktive Bereich wurde auch nur kommissarisch geführt. Man bemühte sich den Verein unter den gegebenen Umständen neu zu formieren und zu organisieren. Mit der Zeit konnte der regelmäßige Übungsbetrieb wieder aufgenommen werden.
Als 1949 in den alliierten Besatzungszonen das Fortbestehen der Vereine erlaubt wurde, konnte auch in Nemmersdorf die Feuerwehr mit neuen gesetzlichen Grundlagen wieder zum Leben erweckt werden. Die Gründungsversammlung fand am 19. März 1949 in der Gastwirtschaft Übel statt. Die
Versammlung nahm die neu erlassene Mustersatzung der Feuerwehren in Bayern an und wählte demokratisch eine neue Vorstandschaft. Auch das Vereinsleben kam mit der Neugründung wieder voll in Fahrt. So wurde laut Protokoll ein Feuerwehrball auf den 6. Januar 1950 im Saal der Gastwirtschaft Übel festgelegt.
Anfang der 50er Jahre wurden sämtliche Löschwasserbehälter in der Nemmersdorfer Gemeinde aus- bzw. umgebaut, da die Wasserversorgung bei Brandfällen unzureichend war. Ebenfalls wurde mit viel Fleiß und Mühe die Aus- und Fortbildung unserer Wehrmitglieder vorangetrieben.
Ihr 80-jähriges Gründungsjubiläum konnte die Nemmersdorfer Wehr am 18. Mai 1952 im Pfistersgarten in großem Rahmen feiern. Zu diesem Anlaß erstellte unser leider bereits verstorbenes Ehrenmitglied Martin Löw eine detaillierte Vereinschronik. Dieses Werk bildete die Grundlage für die Erstellung unserer jetzigen Aufzeichnungen.
Am 13. Juli 1958 trafen sich die Feuerwehren des Landkreises Bayreuth zum Kreisfeuerwehrtag in Nemmersdorf. Zur Demonstration ihrer Leistungsfähigkeit führte unsere Wehr unter den Augen der Feuerwehrführung des Landkreises verschiedene Schauübungen durch. Der gemütliche Teil dieser
großen festlichen Veranstaltung fand auf der Wiese vor dem alten Gerätehaus statt.
Protokolle der Gemeinde vermerken für den 24.10.1964 den Kauf eines Tragkraftspritzenfahrzeug TSF. Aus den vereinsinternen Niederschriften geht hervor, daß dieses Fahrzeug im Mai 1965 offiziell durch den damaligen Bürgermeister Ehmann übergeben worden ist. Bereits vier Jahre später wurde dieses durch ein größeres und wesentlich leistungsfähigeres abgelöst. Die Firma Ludwig aus Bayreuth nahm das gebrauchte Fahrzeug im Austausch zurück.
Unsere Wehr konnte dadurch im Ernstfall die Einsatzstelle schneller erreichen.
Etwa ab diesem Zeitraum werden regelmäßig laut Dienstplan Übungen im Rahmen von fest eingeteilten Löschgruppen durchgeführt.
Im Jahre 1971 unterzieht sich erstmals eine Löschgruppe der Prüfung zum Leistungsabzeichen in Bronze. Sporadisch wurden auch weiterhin einzelne Leistungsprüfungen absolviert.
Im Zuge der Gebietsreform verliert Anfang 1972 die Gemeinde Nemmersdorf ihre politische Selbständigkeit. Nemmersdorf gehört seit diesem Zeitpunkt zur Stadt Goldkronach. Unsere Feuerwehr behielt ihre Eigenständigkeit und stellt seitdem einen gewichtigen Faktor im Brand- und
Katastrophenschutz der Stadt Goldkronach dar.
Ihr 100-jähriges Gründungsfest kann die Nemmersdorfer Wehr vom 14. bis 16. Juli 1972 in würdevollem Rahmen auf dem Nemmersdorfer Sportplatz begehen. In den darauffolgenden Jahren wurde die Ausbildung und Übung in den einzelnen Löschgruppen verfeinert und vertieft. Neuwahlen 1978 läuteten langsam den Generationswechsel im aktiven Bereich der Nemmersdorfer Wehr ein.
Verstärkte Ausbildung führt dazu, daß seit dem Jahr 1977 konsequent alle 2 Jahre Leistungsprüfungen mit den einzelnen Löschgruppen unter den kritischen Augen der Schiedsrichter des Landkreises erfolgreich abgelegt werden. Diese Prüfungen dokumentieren den hervorragenden Ausbildungsstand unserer aktiven Feuerwehrkameraden.
Vom 5. bis 6. Juni 1982 fand unser 110-jährige Gründungsjubiläum auf dem Sportplatz statt. In den Folgejahren kündigte sich für unsere Wehr ein rasanter Aufschwung hinsichtlich Ausrüstung und Mannschaftsstärke an. Ausgelöst wurde dies durch einen kompletten Generationswechsel in der Führung der aktiven Feuerwehrkameraden. Die fachliche Ausbildung der aktiven Führungskräfte in unserer Wehr wurde durch Absolvieren der entsprechenden Lehrgänge in den staatlichen Bildungseinrichtungen vervollständigt.
Durch die ersten beiden im Jahre 1984 angeschafften Handfunksprechgeräte ist die fernmündliche Verständigung einzelner Löschgruppen im Einsatz ermöglicht worden.
Turnusmäßige Inspektionen der Feuerwehrführungskräfte des Landkreises ab 1985 ließen erkennen, daß die vorhandenen technischen Feuerwehreinrichtungen den heutigen Anforderungen an eine gut ausgerüstete Wehr nicht mehr entsprachen. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es erste Überlegungen über den Bau eines neuen größeren Gerätehauses bzw. Renovierung der alten Unterkunft.
Im Jahre 1986 legten erstmals jugendliche Feuerwehrkameraden unter 18 Jahren die Leistungsprüfung in Bronze ab. Ferner unterzogen sich 6 von ihnen erfolgreich dem Jugendwissenstest.
Seit dem Jahr 1987 ist das Tragkraftspritzenfahrzeug TSF mittels Funksprechgerät an das Funknetz der Feuerwehren angeschlossen.
Um gegen Brand- und anderweitige Katastrophenfälle besser gerüstet zu sein, regte der Landkreis die Bildung von Löschzügen an. Am 26. September 1988 wurde seitens der Stadt Goldkronach offiziell der Antrag auf Bildung eines Löschzugs gestellt. Bereits 1 Monat später erfolgte die Genehmigung durch das Landratsamt Bayreuth. Der heutige 17. Löschzug des Landkreises war geboren. Er setzte sich damals aus 22 Wehrmännern der Wehren Goldkronach, Nemmersdorf und Dressendorf zusammen. An der Spitze des Löschzuges stand der im gleichen Jahr zum Zugführer ausgebildete Roland Müller. Die Bildung des Löschzuges machte zwangsläufig eine Verbesserung der mobilen Einsatzbereitschaft der Wehr erforderlich. Man beschloß daher, das bisher in Goldkronach stationierte Löschgruppenfahrzeug LF 8 nach Nemmersdorf umzustellen.
Die Beherbergung dieses größeren Fahrzeugs gab letztendlich den Anstoß, ein neues größeres Gerätehaus zu bauen. In zweijähriger Bauzeit entsteht das mit viel Engagement und Einsatzbereitschaft aller Beteiligten gebaute Haus, das fast vollständig in Eigenleistung erstellt worden ist. Bemerkenswert ist, daß die Stadt die Förderung nur gewährte, weil die Nemmersdorfer versprochen hatten, das Haus so weit wie möglich in Eigenregie zu errichten. Besonders gilt hier unser Ehrenmitglied Hans Gamper zu erwähnen, der unermüdlich als „Kappo Hans“ die Bautruppe vom Anfang bis zur Fertigstellung führte.
Unter der streßigen Bauphase stand aber auch die Aus- bzw. Fortbildung nicht still. So wurde am 01. Oktober 1989 die Jugendgruppe der FF Nemmersdorf ins Leben gerufen. Sofort traten die Jugendlichen erfolgreich bei Wettkämpfen in Erscheinung. Im August 1990 mußte das Fahrzeug TSF an die Feuerwehr Brandholz abgegeben werden; dafür erhielt man einen einsatzbereiten Tragkraftspritzenanhänger TSA sowie das Löschgruppenfahrzeug LF 8 aus Goldkronach. Durch die Vergabe von 18 Funkmeldeempfängern im Spätherbst des gleichen Jahres sind die aktiven Kameraden im Ernstfall auch ohne Sirene erreichbar. Noch während der Baumaßnahme wurden 14 Kameraden zu Atemschutzgeräteträgern ausgebildet.
Am 22. Juni und 23. Juni 1991 konnte das neue Gerätehaus eingeweiht werden. Viele Kommunalpolitiker kamen nach Nemmersdorf, um unser schönes Haus zu bewundern; niemand mochte glauben, daß eine entschlossene Gemeinschaft solche Leistungen allein erbringen kann! Im Zuge der Gerätehauseinweihung erfährt die Jugendgruppe einen enormen Zuwachs.
Die Wahlen zum Jahresende 1991 vervollständigten den Generationswechsel in der Vereinsführung der Nemmersdorfer Wehr.
Der Fahrzeugbestand wurde 1992 durch die Anschaffung eines gebrauchten VW-Bus aufgestockt. Einige Kameraden haben das Fahrzeug in mühevoller Eigenleistung zum Mehrzweckfahrzeug MZF umgebaut. Ferner wurde ein gebrauchter Anhänger, ebenfalls in Eigenleistung, zu einem Feuerwehranhänger FwA mit insgesamt 700 m B-Schlauchreserve umgerüstet.
Vom 18. bis 20. Juni 1993 feierten wir das 120-jährige Gründungsfest unserer Feuerwehr auf dem Dorfplatz.
Um den gesellschaftlichen Zusammenhalt unserer Dorfbewohner zu festigen, engagierte sich der Feuerwehrverein im Jahre 1994 sehr stark für die Erhaltung der Kirchweih, da die Gaststätten im Dorf keine Kerwa mehr ausrichten wollten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erfüllte der Verein, in Zusammenarbeit mit allen anderen Ortsvereinen, dieses Traditionsfest mit neuem Leben. Eigens für diesen Zweck wurde eine runde Tanzbruck um die Dorflinde sowie eine Kegelbahn in Eigenleistung gebaut. Der alte Brauch des Kerwa-Aufspielens wurde 1994 erstmals seit 1958 wieder aufgeführt. Den Erlös der Kegelbahn stellt der Feuerwehrverein jedes Jahr allgemeinnützigen Zwecken zur Verfügung. Der örtliche Kindergarten erhielt 1994 eine Spende in Höhe von 2.222,22 DM und 1995 in Höhe von 1.500,00 DM aus dem Kegelbahnbetrieb.
Ein weiteres Fahrzeug konnte Ende 1996 mit dem Pulverlöscher P 250 in Dienst gestellt werden. Der gebrauchte Anhänger stammt von der Fa. Popp & Co. und ist in aufwendiger Kleinarbeit von unseren Kameraden nahezu neuwertig restauriert worden.
Im Herbst 1996 wurde die umfangreiche Renovierung des alten Gerätehauses fast vollständig abgeschlossen. Die erforderlichen Baumaßnahmen haben die Kameraden wieder in Eigenleistung erledigt. Das Bauwerk dient nun als Unterstellmöglichkeit für Gebrauchsmaterial der Wehr.
Bedingt durch einen tragischen Unglücksfall mit Todesfolge haben wir uns entschlossen, aus Vereinsmitteln einen modernen Rettungskoffer als Zusatzausrüstung für das neue LF 16/12 anzuschaffen. Die Gründung einer „Erste Hilfe Gruppe“, sowie die Ausbildung am Gerät wurde
unverzüglich in Angriff genommen.
Mit dem neuen Fahrzeug LF 16/12, das seit dem 17. Oktober 1997 in Nemmersdorf stationiert ist, erhöhte sich der Einsatzwert des Löschzuges beträchtlich. Verstärkt wird nun mit den neuen Gerätschaften geübt, um für alle Ernstfälle gerüstet zu sein. Um den Ausbildungsstand hinsichtlich
technischer Hilfeleistung zu heben, haben im Juni 1998 die ersten 3 Löschgruppen das bronzene Abzeichen THL abgelegt. Seit Mai 1997 ist unser ehemaliger 1. Kommandant Roland Müller auf Landkreisebene als KBM für unseren Unterkreis zuständig.
Derzeit zählt die FF Nemmersdorf 185 Mitglieder; davon sind 65 Kameradinnen und Kameraden aktiv tätig. Besonders erwähnen müssen wir unsere 3 Ehrenmitglieder Siegfried Dietrich, Hans Gamper und Fritz Schmidt, die im Laufe der letzten Jahrzehnte ihre ganze Kraft zum Wohle unserer Wehr eingesetzt haben. Unser Feuerwehrnachwuchs, die Jugendgruppe, umfaßt derzeit 7
weibliche und 6 männliche Jugendliche. Um die Zukunft des Vereins müssen wir nicht bangen! Durch intensive Ausbildung und Einsatzbereitschaft aller Beteiligten kann unsere Wehr den heutzutage vielfältigen Aufgaben gerecht werden. Der gute Ausbildungsstand der Aktiven und Jugendlichen wird formell laufend durch Weiterbildungsmaßnahmen, Wettbewerbe und Ablegen von
Leistungsprüfungen dokumentiert.
Symbolisch wird heute mit der Zusammenfassung der Chronik ein Strich unter die bisher 125 jährige Epoche unserer Wehr gezogen. Dies ist der Zeitpunkt, um von der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen. Die Geschichte hat gezeigt, daß unser Verein sowie auch die Bürger unseres Dorfes Höhen und Tiefen durchlebt haben. In jeder Zeit standen immer einfache Menschen,
wie jeder von uns, hinter der Vereinsgeschichte. Ehrfurchtsvoll müssen wir uns vor den Gründern verneigen, die aus Idealismus ihre Ideen und Träume verwirklicht haben; sie haben stets versucht ihr bestes für unseren Ort und die Gemeinschaft zu geben. Wie wir aus der Vergangenheit erfahren haben, dienen Feuerwehrleute nicht einem Regime oder einer Partei, sie dienen der Allgemeinheit, aber im besonderen Maße den Bürgern unseres schönen Dorfes. Das war so, und wird auch immer so bleiben.
Getreu dem Gedanken aus der Gründerzeit werden wir auch in Zukunft versuchen in selbstlosem Einsatz Schäden durch Feuer, Unfall oder Katastrophen vom Nächsten abzuwenden. Dabei werden wir uns stets daran erinnern, daß in unserer Wehr die Kameradschaft immer an erster Stelle stand und die Bewohner unserer Ortschaften in guten wie in schlechten Zeiten besonders zusammenstanden. Möge dies auch in Zukunft so sein.
